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Zeitschriften | Verband & PolitikLesezeit 2 min.

Zweite Sitzung der Holzmarktkommission

Die per Anfang 2026 neu gebildete Holzmarktkommission (HMK) hat sich zum zweiten Mal über den Holzmarkt und weitere Themen ausgetauscht. Nebst der Diskussion der aktuellen Marktlage stand der Holzschutz bei Holzlagern im Wald zur Debatte. Auf gemeinsame Richtpreise für Schweizer Rohholz konnte sich die Kommission trotz intensiver Diskussionen nicht einigen.

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Die HMK setzt sich zusammen aus mehreren Vertretern von Waldeigentümern (repräsentiert durch WaldSchweiz), Holzabnehmern (repräsentiert durch Holzindustrie Schweiz HIS) sowie weiteren Akteuren des Holzmarkts mit Gaststatus. Ziele der paritätisch zusammengesetzten Kommission sind der Austausch über Angebot und Nachfrage auf dem Holzmarkt, die Diskussion aktueller Themen und, wenn möglich, die einvernehmliche Festlegung gemeinsamer Richtpreise für Schweizer Rohholz.

Positive Einschätzung der Marktlage

Die Gesamtbeurteilung der aktuellen Marktlage fällt kurz- bis mittelfristig mehrheitlich positiv aus. In der Holzwirtschaft zeigt sich weiterhin eine ausgeprägte Dynamik und die Auftragslage wird als gut eingestuft. Viele Sägewerke sind für den Sommer grundsätzlich gut mit Rohholz versorgt, mittelfristig ist aber eine gewisse Unsicherheit bezüglich der Versorgungslage absehbar. Die Schnittholzpreise entwickelten sich dieses Jahr bisher schwächer als erhofft: Die Überproduktion beim Schnittholz im angrenzenden Ausland, aber auch der starke Schweizer Franken, haben den Konkurrenzdruck durch importierte Massenware erhöht, was vor allem die grossen Schweizer Sägewerke spüren.

Die Holzlager (auch jene im Wald) sind aktuell recht gut gefüllt. Bis im Herbst wird eine stabil hohe Nachfrage seitens der Sägewerke erwartet, was zu einem zunehmenden Versorgungsdruck im kommenden Herbst und Winter führen könnte. Beim Nadelholz zeichnet sich eine positive Tendenz ab. Fichte und Tanne gehören weiterhin zu den am meisten nachgefragten Holzarten. Lärche und Douglasie weisen ebenfalls eine stabile bis steigende Nachfrage auf. Sofern im Sommer keine grösseren Störereignisse wie Borkenkäferbefall, Windwürfe oder ähnliches den Markt beeinträchtigen, dürfte sich auch das gute Preisniveau halten.

Mit dem Ende der Heizsaison 2025/26 hat sich die Situation für Industrieholz- Verarbeiter entspannt. Beim Industrie- und Energieholz wird in der nächsten Zeit mit einer leicht steigenden bis stabilen Nachfrage gerechnet. Es wird festgestellt, dass die Preisspanne beim Laubholz bisweilen zur direkten Verwertung als Energieholz führt. Falls die Holzerntesaison im Spätsommer nicht ohne Verzögerung gestartet werden kann, könnte es im nächsten Herbst und Winter zu einer Unterversorgung in der Holzindustrie kommen.

Keine Publikation von Richtpreisen für Rohholz

Seit der letzten Zusammenkunft der HMK im Januar 2026 haben sich die Rohholzpreise je nach Sortiment und Region insgesamt stabil bis leicht steigend entwickelt. Dieser Trend soll gemäss Einschätzung der Holzlieferantenseite in den kommenden Monaten anhalten. Die Finanzierung der Waldbewirtschaftung bleibt für die Waldeigentümerinnen und -eigentümer weiterhin herausfordernd. So wird bei den absatzmässig wichtigen Rohholzsortimenten eine moderate Erhöhung der Preise gefordert. Aufgrund der anhaltend guten Nachfrage nach Schweizer Holz erscheint diese Forderung aus Sicht der Anbieter vertretbar.

Demgegenüber sieht die Holzabnehmerseite keine Möglichkeiten für Preisanpassungen und setzt bei den Preisen generell auf Stabilität. Insbesondere der Preisdruck aus dem Ausland sorgt für abnehmende Margen und schränkt den wirtschaftlichen Handlungsspielraum ein. Zudem sind die Rohstoffpreise in den vergangenen Jahren stetig angestiegen. Innerhalb der Regionen sind die Preise zu verschieden, was schweizweite Richtpreise für Rohholz aus Abnehmersicht nicht rechtfertigt.

Da kein Einvernehmen zwischen den beiden Seiten, Holzlieferanten und Holzabnehmer, vorherrscht, wird auf eine Publikation von Richtpreisen verzichtet.

Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (PSM) im Wald

Es besteht ein gemeinsames Interesse der Wald- und Holzbranche an der Verfügbarkeit von gelagertem Rohholz. Das eidgenössische Waldgesetz verbietet grundsätzlich den Einsatz von umweltgefährdenden Stoffen im Wald (Art. 18 WaG). Jedoch sind gemäss Umweltgesetzgebung Ausnahmen möglich, wie beispielsweise die punktuelle Behandlung von Holzpoltern ausserhalb von Grundwasserschutzzonen, falls keine anderen milderen Lösungen für den Schutz des Holzes möglich sind. Die Kantone bewilligen den Einsatz von PSM. Auch stellen sich auf kantonaler und kommunaler Ebene raumplanerische Fragen bei der Errichtung von Holzlagern.

Einige Kantone haben in jüngster Vergangenheit die Vergabe von Ausnahmebewilligungen für PSM im Wald strenger ausgelegt, was kantonale und regionale Unterschiede beim Vollzug mit sich bringt. Dies wiederum verursacht etwa an Kantonsgrenzen eine nicht nötige Rechtsunsicherheit und kann sich negativ auf die Verfügbarkeit von Rohholz aus Schweizer Wäldern auswirken. Die Frage der Holzlagerung im Wald und damit zusammenhängend der massvolle Einsatz von PSM soll zusammen mit den kantonalen Verantwortlichen im konstruktiven Dialog angegangen werden. Auch wird eine gewisse Harmonisierung der Vollzugspraxen über die Kantone hinweg von der HMK begrüsst.

 

Kontakt

Benno Schmid
Leiter Kommunikation und Politik, WaldSchweiz
+41 32 625 88 71
Mail

 

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