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Zeitschriften | Verband & PolitikLesezeit 2 min.

(Fast) alle Jahre wieder: Neue Motorsägen braucht der Forst

Jeff Ryser ist Herr über das Kursmaterial und die Forstwerkzeuge bei WaldSchweiz. Der gelernte Forstwart gibt hier regelmässig Tipps und Tricks aus seinem Arbeitsalltag.

Während der Sommermonate finden im Mittelland nur wenig Holzerntearbeiten statt. Forstbetriebe und -unternehmen überbrücken diese Zeit mit Aufträgen ausserhalb des Waldes. Und sie bereiten ihren Gerätepark auf die neue Saison vor. Vor allem Motorsägen müssen regelmässig ersetzt werden. Obwohl moderne Hochleistungssägen zwar mit Leichtigkeit jahrzehntealte Bäume fällen, beträgt ihre eigene Lebenserwartung im professionellen Betrieb selten mehr als zwei Jahre. Nach 400 bis 500 Einsatzstunden kommen zentrale Komponenten in der Elektronik oder im Motor ans Ende ihres Lebenszyklus. Eine Reparatur oder der Ersatz dieser Teile rechnet sich in der Regel nicht, weil die Anschaffung neuer Geräte über alles betrachtet rentabler ist.

Ausrangierte Sägen sollten aber nicht einfach entsorgt werden. Langlebigere Komponenten können auch nach zwei Jahren Dauereinsatz noch in gutem, intaktem Zustand sein. Die alten Maschinen dienen so quasi als Ersatzteillager, falls bei einer aktiven Säge einmal ein Bestandteil ausgetauscht werden müsste. Und da lange nicht jede ausrangierte Säge auch kaputt ist, können sie ebenfalls als Ersatzmaschinen eingesetzt werden, wenn bei aktiven Geräten einmal eine Störung auftritt.

Auf die Grösse kommt es an

Beim Sägenersatz ist die Wahl der richtigen Motorgrösse zentral. Für den Einsatz im Mittelland eignen sich Sägen mit 70- bis 80-ccm-Motoren, während in höheren Lagen mit Seil- oder Helikopterholzerei leichtere 60- bis 70-ccm-Maschinen bevorzugt werden. Im anspruchsvollen Gelände sind leichtere Motorsägen nämlich sicherheitsrelevant. Ausserdem ist ihre Handhabung weniger kräftezehrend, und auch ihre Leistung reicht für die in höheren Lagen vorkommenden Baumdurchmesser aus.

E-Sägen: Theoretisch gut, aber ...

Auch wenn sie aus ökologischer Sicht durchaus Vorteile gegenüber Modellen, welche mit fossilen Treibstoffen betrieben werden, haben: Für die professionelle Holzernte sind elektrisch betriebene Motorsägen wenig bis gar nicht geeignet. Das liegt primär an den aktuell erhältlichen Akkumulatoren für diese Geräte. Deren Leistung reicht nämlich schlicht nicht für einen ganzen Arbeitstag im Forst aus. Wollte man im Forst elektrisch sägen, müsste man pro Säge, überspitzt formuliert, etwa zwanzig Ersatzakkus mit in den Wald nehmen. Das wäre einerseits umständlich, weil man spätestens nach einer halben Stunde die Arbeit unterbrechen müsste, um den Akku zu wechseln. Und weil die wenigsten Forstbetriebe nur mit einer einzigen Säge in den Wald gehen, bräuchte es andererseits auch zusätzliche Spezialfahrzeuge, um die vielen und schweren Ersatzakkus sicher zu transportieren.

Für den privaten Betrieb oder in der Garten- und Baumpflege mit kürzeren Einsatzzeiten sind Elektrosägen aber sicher eine Überlegung wert, zumal sie sehr geräuscharm sind, womit auch die Beziehung zum Nachbarn nicht überstrapaziert wird. (Jeff Ryser/Ralph Möll)

Jeff's Tipp:

Moderne Motorsägen sind mit Mikrochips ausgestattet, die das Verhältnis von Treibstoff und Luft optimieren, und zwar abhängig von Umgebung, Höhenlage, Witterung und Atmosphärendruck. Es lohnt sich daher, die Motorkalibrierung, die nur wenige Minuten dauert, regelmässig durchzuführen. Dabei stellt sich das Gerät auf allfällig neue Umgebungsbedingungen ein, sodass Leistung und Verbrauch im optimalen Verhältnis stehen. Ideale Voraussetzungen, um effizient und wirtschaftlich zu arbeiten.

 

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